Bewerbungsmappe für die Wohnung: Unterlagen, Anschreiben & Vorlage
Welche Unterlagen in die Bewerbungsmappe für die Wohnung gehören, was Vermieter wann verlangen dürfen – mit Checkliste und Generator fürs Anschreiben.
Auf eine gute Wohnung in einer Großstadt kommen schnell 50, 100 oder mehr Anfragen. Vermieter sortieren dann meist pragmatisch: Wer vollständige, übersichtliche Unterlagen schickt und einen sympathischen Eindruck macht, kommt weiter. Wer erst drei Tage später einen unscharfen Handyscan nachreicht, eher nicht.
Eine gut vorbereitete Bewerbungsmappe ist deshalb einer der wirksamsten Tipps für die Wohnungssuche. In diesem Artikel erfährst du, welche Unterlagen hineingehören, was Vermieter in welcher Phase verlangen dürfen und wie du deine Daten dabei schützt. Unten findest du eine Checkliste zum Abhaken und einen Generator, der dir ein freundliches Anschreiben für deine Mieterbewerbung formuliert.
Was gehört in die Bewerbungsmappe für die Wohnung?
Eine vollständige Mieterbewerbung besteht in der Regel aus diesen Teilen. Nicht alles brauchst du sofort, dazu mehr im Abschnitt über das Phasenmodell.
Anschreiben oder Kurzvorstellung
Das Anschreiben ist das Erste, was der Vermieter von dir liest. Es sollte eine Seite nicht überschreiten und erklären, wer du bist, wer einziehen würde, warum dich gerade diese Wohnung interessiert und ab wann du einziehen kannst. Ein persönlicher Satz zur Wohnung wirkt oft mehr als jede Floskel. Ein Foto ist freiwillig. Manche Vermieter finden es sympathisch, nötig ist es nicht.
Mieterselbstauskunft
Die Selbstauskunft ist ein Formular, in dem du Angaben zu dir und deinem Haushalt machst: Name, aktuelle Adresse, Beruf, Arbeitgeber, Einkommen, Zahl der einziehenden Personen, Haustiere. Viele Vermieter haben ein eigenes Formular. Ein Muster mit ausschließlich zulässigen Fragen findest du in unserem Tool zur Mieterselbstauskunft. Unterschreib sie und mach nur wahre Angaben zu zulässigen Fragen – falsche Angaben können später eine Anfechtung oder Kündigung des Mietvertrags rechtfertigen.
Einkommensnachweise
Üblich sind die Gehaltsabrechnungen der letzten drei Monate. Je nach Situation kommen andere Nachweise infrage:
- Angestellte in der Probezeit oder mit neuem Job: zusätzlich eine Arbeitgeberbescheinigung oder den Arbeitsvertrag (die Seite mit Gehalt und Beginn genügt)
- Selbstständige und Freiberufler: der letzte Einkommensteuerbescheid oder eine aktuelle betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA), eventuell eine Bestätigung vom Steuerberater
- Studierende und Auszubildende: BAföG-Bescheid, Ausbildungsvertrag, Nachweis über Unterhalt oder eine Elternbürgschaft
- Rentner: der aktuelle Rentenbescheid
- Bezieher von Bürgergeld: der Bewilligungsbescheid, gegebenenfalls mit der Zusicherung des Jobcenters zu den Unterkunftskosten
Komplette Kontoauszüge muss der Vermieter nicht sehen. Wenn du Zahlungen nachweisen willst, schwärze alles, was ihn nichts angeht.
SCHUFA- oder Bonitätsauskunft
Fast alle Vermieter wollen wissen, ob du deine Rechnungen zuverlässig bezahlst. Dafür gibt es zwei Wege:
- Die kostenlose Datenkopie nach Art. 15 DSGVO: Jede Person hat das Recht, kostenlos Auskunft über die bei der SCHUFA gespeicherten Daten zu bekommen. Du kannst sie online bei der SCHUFA anfordern. Plane etwas Zeit ein, falls sie per Post kommt. Die Datenkopie enthält allerdings sehr viele Details, etwa alle Konten, Kredite und Handyverträge. Schwärze vor dem Weitergeben, was für den Vermieter nicht relevant ist.
- Der kostenpflichtige SCHUFA-BonitätsCheck: Er ist speziell für Vermieter gedacht und zeigt nur das Nötige, also ob negative Einträge vorliegen. Dafür kostet er Geld, und du solltest vergleichen, ob sich das lohnt.
Viele Vermieter akzeptieren beides. Achte nur darauf, dass die Auskunft nicht älter als ein paar Wochen ist. Neben der SCHUFA gibt es weitere Auskunfteien, bei denen du ebenfalls kostenlos eine Datenkopie anfordern kannst.
Mietschuldenfreiheitsbescheinigung
Darin bestätigt dein bisheriger Vermieter, dass du deine Miete pünktlich gezahlt hast. Wichtig zu wissen: Er ist nicht verpflichtet, eine solche Bescheinigung auszustellen. Der Bundesgerichtshof hat das 2009 entschieden (Az. VIII ZR 238/08). Bitte ihn trotzdem freundlich darum – die meisten machen es. Klappt das nicht, kannst du die Mietzahlungen der letzten Monate mit geschwärzten Kontoauszügen oder Daueraufträgen belegen. Wohnst du zum ersten Mal allein, schreib das einfach dazu.
Ausweiskopie
Zur Identifizierung reicht es in der Regel, den Personalausweis vorzuzeigen. Eine Kopie solltest du nur herausgeben, wenn der Vermieter sie wirklich verlangt, typischerweise kurz vor Vertragsschluss. Das Personalausweisgesetz erlaubt Kopien nur mit deiner Zustimmung, und die Kopie muss als solche erkennbar sein. Du darfst Daten schwärzen, die nicht gebraucht werden, zum Beispiel die Ausweisnummer, die Zugangsnummer auf der Vorderseite, Größe und Augenfarbe. Schreib am besten “Kopie” quer darüber.
Bürgschaft
Reicht dein Einkommen allein nicht aus, etwa im Studium oder in der Ausbildung, kann eine Bürgschaft helfen, meist von den Eltern. Der Bürge verpflichtet sich, für die Miete einzustehen, wenn du nicht zahlst. Grundsätzlich dürfen alle Sicherheiten zusammen, also Kaution und Bürgschaft, drei Nettokaltmieten nicht überschreiten (§ 551 BGB). Eine Ausnahme kann gelten, wenn ein Dritter die Bürgschaft von sich aus anbietet. Leg dem Bürgen ruhig einen eigenen Einkommensnachweis bei.
Wohnberechtigungsschein (WBS)
Für geförderte Sozialwohnungen brauchst du einen Wohnberechtigungsschein. Du beantragst ihn bei der zuständigen Stelle deiner Stadt oder Gemeinde, und er wird nur unterhalb bestimmter Einkommensgrenzen erteilt, die jedes Bundesland selbst festlegt. Ist eine Wohnung nur mit WBS zu mieten, schick ihn gleich mit der ersten Anfrage mit. Achte auf die Gültigkeit, denn der Schein ist in der Regel befristet.
Optional: Referenzen
Eine kurze Referenz vom bisherigen Vermieter oder ein paar Zeilen deines Arbeitgebers sind kein Muss, können aber den Ausschlag geben, wenn viele Bewerbungen ähnlich aussehen.
Checkliste und Anschreiben-Generator
Hake ab, welche Unterlagen du schon beisammen hast. Die Markierungen zeigen, wann ein Dokument typischerweise gebraucht wird. Darunter kannst du dein Anschreiben erstellen, kopieren und als PDF speichern.
Schritt 1
Unterlagen für die Bewerbungsmappe
Schritt 2
Anschreiben für die Mieterbewerbung
Felder ausfüllen, Text prüfen, kopieren. Leere Felder lässt der Generator einfach weg.
Dein Anschreiben
Deine Eingaben werden nur in diesem Browser gespeichert und nirgendwohin gesendet.
Was Vermieter wann verlangen dürfen: das Phasenmodell
Vermieter dürfen nicht einfach alle Daten auf einmal einsammeln. Die Datenschutzkonferenz, das Gremium der deutschen Datenschutzbehörden, hat dafür eine Orientierungshilfe veröffentlicht. Sinngemäß gilt: Je konkreter die Vermietung wird, desto mehr darf der Vermieter wissen.
- Vor der Besichtigung: Name und Kontaktdaten. Mehr braucht es nicht, um einen Termin zu vereinbaren. Bei geförderten Wohnungen kann zusätzlich der Wohnberechtigungsschein gefragt werden.
- Nach der Besichtigung, wenn du Interesse hast: Angaben, die für die Entscheidung wichtig sind, etwa die Zahl der einziehenden Personen, Beruf und Einkommensverhältnisse sowie Haustiere. Das ist typischerweise der Zeitpunkt der Selbstauskunft.
- Vor Vertragsschluss, wenn der Vermieter sich für dich entschieden hat: Nachweise wie Gehaltsabrechnungen und eine Bonitätsauskunft. Erst jetzt muss er die Belege sehen.
- Nach Vertragsschluss: Daten für die Abwicklung, zum Beispiel die Bankverbindung für Miete und Kaution.
In der Praxis verlangen manche Vermieter trotzdem schon bei der Besichtigung die komplette Mappe. Ob du darauf eingehst, ist deine Abwägung. Ein guter Kompromiss: Bring eine Kurzmappe mit Anschreiben und Selbstauskunft mit und biete an, die Nachweise sofort zu schicken, sobald es ernst wird.
Diese Fragen sind tabu
Unzulässig sind unter anderem Fragen nach Religion, ethnischer Herkunft, Parteizugehörigkeit, sexueller Orientierung, Schwangerschaft, Kinderwunsch, Gesundheit, Vorstrafen und Mitgliedschaft im Mieterverein. Solche Fragen musst du nicht beantworten. Benachteiligungen etwa wegen der ethnischen Herkunft verbietet zudem das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz. Bei Verstößen hilft die Antidiskriminierungsstelle des Bundes.
Digital oder ausgedruckt?
Die meisten Bewerbungen laufen heute per E-Mail oder über Portale. Damit deine Unterlagen gut ankommen:
- Fasse alles in einer PDF-Datei zusammen, in der Reihenfolge Anschreiben, Selbstauskunft, Einkommen, Bonität, weitere Nachweise.
- Gib der Datei einen klaren Namen, etwa “Mieterbewerbung_Becker_Lindenstrasse8.pdf”.
- Halte die Datei klein, damit sie auch im Postfach des Vermieters nicht hängen bleibt. Wenige Megabyte reichen völlig.
- Scanne sauber oder nutz eine Scanner-App statt schiefer Handyfotos.
Für die Besichtigung lohnt sich trotzdem eine kleine gedruckte Version, vor allem bei Privatvermietern. Ein Anschreiben und eine Selbstauskunft in einer Klarsichthülle wirken aufgeräumt und bleiben im Gedächtnis.
Datenschutz: So schützt du deine Unterlagen
Deine Bewerbungsmappe enthält sensible Daten. Gerade bei Fake-Inseraten werden Unterlagen gezielt abgegriffen, um damit später Verträge auf fremde Namen abzuschließen. Diese Maßnahmen helfen:
- Wasserzeichen: Versieh deine Dokumente mit einem Hinweis wie “Nur für die Wohnungsbewerbung bei Frau Schulz, Lindenstraße 8, Juni 2026”. So lassen sie sich schlechter für andere Zwecke missbrauchen. Viele PDF-Programme und kostenlose Tools können das.
- Schwärzen: Entferne alles, was der Vermieter nicht braucht, etwa Steuer-ID, Sozialversicherungsnummer, Kontostände oder Ausweisnummern.
- Erst prüfen, dann schicken: Schick vollständige Unterlagen nur an Vermieter, die du gesehen hast oder deren Identität plausibel ist. Wer schon vor jeder Besichtigung Ausweis und Gehaltsnachweise sehen will und Geld verlangt, ist verdächtig.
- Löschung verlangen: Bekommst du eine Absage, kannst du verlangen, dass deine Unterlagen gelöscht werden (Art. 17 DSGVO). Seriöse Vermieter löschen sie ohnehin.
So überzeugt dein Anschreiben
Vermieter suchen keine perfekten Menschen, sondern zuverlässige Mieter, mit denen sie ein entspanntes Verhältnis haben. Dein Anschreiben sollte genau das vermitteln:
- Persönlich statt allgemein: Nimm Bezug auf die konkrete Wohnung. Ein Satz wie “Der kurze Weg zum Klinikum und der Balkon nach Süden passen perfekt” zeigt, dass du dich wirklich mit der Wohnung beschäftigt hast.
- Kurz und konkret: Wer zieht ein, was macht ihr beruflich, ab wann könnt ihr einziehen? Lange Lebensläufe interessieren nicht.
- Ehrlich: Erwähne Haustiere oder eine Probezeit lieber gleich. Wer später damit herausrückt, verliert Vertrauen.
- Freundlicher Ton: Eine sachliche, warme Sprache wirkt besser als Superlative.
Unser Generator oben gibt dir einen Entwurf. Lies ihn danach durch und passe ihn an, damit er nach dir klingt.
Weitere Tipps für die Wohnungssuche
Mit einer fertigen Mappe bist du schneller als die meisten anderen. Ein paar Dinge machen zusätzlich einen Unterschied:
- Reagiere schnell: Schalte Suchaufträge auf den großen Portalen an und schreib innerhalb weniger Stunden nach Veröffentlichung.
- Bereite die Besichtigung vor: Mit unserer Checkliste für die Wohnungsbesichtigung weißt du, worauf du achten und welche Fragen du stellen solltest.
- Bleib dran, aber nicht aufdringlich: Eine kurze Nachricht nach der Besichtigung reicht. Für Terminanfragen und Nachrichten findest du Formulierungen in unseren E-Mail-Vorlagen.
- Hab einen Plan B: Netzwerk, Aushänge, Genossenschaften und WG-Zimmer als Zwischenlösung. Mehr Strategien findest du in unserem Artikel über die besten Strategien für die Wohnungssuche.
Häufige Fragen zur Bewerbungsmappe
Muss ich meine Gehaltsabrechnungen schon vor der Besichtigung schicken?
Nein. Nach dem Phasenmodell der Datenschutzbehörden braucht der Vermieter Einkommensnachweise erst, wenn er sich für dich entschieden hat. Du kannst aber anbieten, sie sofort zu schicken, sobald es ernst wird.
Wie alt darf die SCHUFA-Auskunft sein?
Eine feste Regel gibt es nicht. Viele Vermieter erwarten eine Auskunft, die höchstens ein bis drei Monate alt ist. Fordere sie daher rechtzeitig, aber nicht ein halbes Jahr im Voraus an.
Was mache ich, wenn ich keine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung bekomme?
Belege deine Mietzahlungen mit Kontoauszügen oder einer Übersicht deines Dauerauftrags, auf denen du alle anderen Buchungen schwärzt. Wenn du bisher bei deinen Eltern oder in einem Wohnheim gewohnt hast, schreib das kurz ins Anschreiben.
Lohnt sich eine Bewerbungsmappe auch für ein WG-Zimmer?
Für ein WG-Zimmer reicht meist eine nette Nachricht und ein gutes Gespräch beim WG-Casting. Ist die WG aber Hauptmieter und braucht die Zustimmung des Vermieters, oder steigst du in den Mietvertrag ein, werden auch hier Einkommensnachweise und Bonitätsauskunft gefragt. Mehr dazu in unseren Tipps zur Wohnungssuche in der WG.